Denn sie wissen, was sie tun

Strategien der Neuen Rechten durchschauen und Haltung entwickeln.

Liebe Brüder,

rechtspopulistische und neurechte Bewegungen prägen längst nicht mehr nur die politischen Ränder. Sie wirken in Sprache, Debatten und Alltagsgespräche hinein. Sie verschieben Grenzen des Sagbaren, besetzen Begriffe wie Freiheit, Identität oder Heimat neu – und arbeiten strategisch daran, das gesellschaftliche Klima zu verändern.

Was dabei oft unterschätzt wird: Diese Akteure handeln nicht spontan oder nur aus Protest. Sie verfolgen eine langfristige Strategie. Dazu gehören:

  • die gezielte Provokation, um Aufmerksamkeit und Empörung zu erzeugen
  • die Umdeutung von Sprache, um Undenkbares salonfähig zu machen
  • die Inszenierung als vermeintliche „Stimme des Volkes“
  • das bewusste Arbeiten mit Ängsten, Krisennarrativen und kulturellen Identitätsfragen
  • die Strategie der sogenannten „Metapolitik“: erst das Denken verändern – dann die Politik

 

Wer diese Muster erkennt, ist weniger manipulierbar. Und wer sie versteht, kann angemessen reagieren.

Für Kirche und Diakonie stellen sich dabei besondere Fragen:
Wie bewahren wir eine klare Haltung, jenseits schlichter Empörung?
Wie widersprechen wir menschenverachtenden Positionen – und bleiben zugleich diakonisch sprachfähig?
Wie stärken wir Zusammenhalt in einer Zeit wachsender Polarisierung?

Diakonische Arbeit steht für gelebte Nächstenliebe, Menschenwürde und Solidarität. Sie ist damit kein neutraler Ort. Sie braucht Orientierung, Mut und theologisch begründete Standfestigkeit.

Unser Brüdertag will informieren, aufklären und befähigen.
Wir wollen helfen, Strategien zu durchschauen – und eine eigene, reflektierte Haltung zu entwickeln.

Denn sie wissen, was sie tun.
Und wir sollten wissen, wie wir dem begegnen.

Mit brüderschaftlichen Grüßen

Peter Barbian

Anmeldung zum Brüdertag 2026

Bis zum 10. Juni 2026

Programm

Freitag, 03.07.2026

15.30 Uhr Festgottesdienst anlässlich der brüderschaftlichen Jubiläen, Vorstellung der Jungbrüder und Ehrung der Eintritte in den Ruhestand Philippuskirche
17.30 Uhr Abendessen Brüderhaus/
Bescherzentrum7
Gemeindehaus
19 Uhr Abend der Begegnung Bierkeller

Samstag, 04.07.2026

Zum inhaltlichen Teil sind die Mitglieder der Diakoninnengemeinschaft wegen der hohen Relevanz des Themas mit eingeladen.

08.30 Uhr Frühstück Gemeindehaus
09.30 Uhr Vortrag Martin Becher, Fachstelle Demokratie und gesellschaftliches Miteinander der ELKB  Brüderhaus
10.15 Uhr Rückfragen und Diskussion Brüderhaus
10.45 Uhr Pause  
11.00 Uhr Workshops (siehe unten) verschiedene Orte
13.00 Uhr  Mittagessen Besucherzentrum/
Gemeindehaus
     
14.30 Uhr Geschäftsteil Brüderhaus
18.00 Uhr Abendessen Besucherzentrum/
Gemeindehaus
19.30 Uhr Bunter Abend Brüderhaus

Sonntag, 05.07.2026

08.30 Uhr Frühstück Gemeindehaus
09.30 Uhr Gedenken der Verstorbenen Friedhof
10.00 Uhr Festgottesdienst Philippuskirche
12.00 Uhr Mittagessen Besucherzentrum/
Gemeindehaus

Workshops

AfD, neue Rechte und ihr Verhältnis zu Kirche und Theologie

Martin Becher, Fachstelle Demokratie und gesellschaftliches Miteinander der ELKB

Die Auseinandersetzungen zwischen Papst Leo und Präsident Trump zeigen, welche hohe Bedeutung Kirchen in der Auseinandersetzung mit der autoritären Rechten haben. Wie agieren die Kirchen in Bezug auf die AfD und wie begründen sie ihr Handeln? Welche Bedeutung messen AfD und "Neue Rechte" den Kirchen zu, wie gehen sie mit ihnen um? Und welche Rolle spielt die Theologie in einer politischen Weltanschauung, die selbst religiöse Züge trägt?

Umgang mit rechten Parolen und/oder Verschwörungstheorien am Arbeitsplatz

Birgit Mair, Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung e.V.

Kurzbeschreibung: Umgang mit rechten Parolen und Verschwörungstheorien am Arbeitsplatz

Fühlen Sie sich manchmal hilflos, wenn Sie rassistische Sprüche hören? Sind Sie unsicher, wie Sie darauf reagieren sollen? Dann sind Sie in diesem Workshop richtig: Hier wird gelernt, wie man mit rechten Parolen, Halbwahrheiten und Verschwörungstheorien umgehen kann. Nach einem inhaltlichen Input werden anhand konkreter Fallbeispiele Handlungsstrategien zum Umgang mit menschenverachtenden Parolen am Arbeitsplatz entwickelt und Hilfsangebote vorgestellt.

Zur Seminarleiterin:

Diplom-Sozialwirtin Univ. Birgit Mair wurde 1967 in Österreich geboren. Sie ist Mitbegründerin des Nürnberger Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. Die Wahl-Nürnbergerin ist Autorin mehrerer Publikationen über Holocaust-Überlebende und extrem rechte Bewegungen und kuratierte mehrere Ausstellungen, darunter die bundesweit beachtete Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen". Seit 2005 führte sie mehr als sechshundert Zeitzeugengespräche mit Holocaust-Überlebenden durch und hält Aufklärungsvorträge gegen Neonazismus und Rassismus. Für ihr Engagement gegen Rechts erhielt sie 2022 die Karl-Bröger-Medaille.

Antifeminismus und rechte Geschlechterpolitiken

Laura Sasse Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V.

AntifemiWAS?! In politischen Debatten, sozialen Medien und auf der Straße zeigen sich zunehmend organisierte antifeministische Bewegungen, die Gleichstellung, feministische Errungenschaften und geschlechtliche Vielfalt angreifen. Rechte Geschlechterbilder, die mit den Schlagworten Tradwife und Manfluencer an Aktualität zugenommen haben, spielen dabei eine zentrale Rolle.

Im Rahmen des Workshops nehmen wir in den Blick, welche Auswirkungen diese Tendenzen auf Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt haben – und welche Möglichkeiten es gibt, ihnen entgegenzutreten.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Demokratiearbeit mit dem Demokratiekoffer

Dr. Leonie Krüger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, 
Diakonie der Vielfalt - Demokratieförderung, Diakonisches Werk Bayern

Wie funktionieren Fake News? Martin Luther weiß die Antwort: „Eine Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.“ Mit diesen und weiteren Zitaten zum Thema Demokratie reflektieren wir über unser Demokratieverständnis.

Wie können wir Toleranz üben? Am Beispiel von Toleranz-Bildern erfahren wir, welche (Vor-)Urteile Bilder auslösen und Meinungen prägen können.

Mit der Talk-Box ‚Wie wollen wir leben?‘ entwickeln wir positive Zukunftsvisionen für unsere Gesellschaft.

Die Konversationskarten ‚Kann man Mündigkeit messen?‘ laden dazu ein, über Politik und politische Bildung nachzudenken und zu diskutieren

Verständigungsorte – ein Beitrag für Frieden in der Gesellschaft

Vinzenz Büchs, Friedensbeauftragter der Rummelsberger Brüderschaft

Der Workshop „Verständigungsorte – Eine Initiative für Dialog und Verständigung“ stellt die gleichnamige Initiative vor, die dazu beiträgt, Räume für den Austausch und das Miteinander zu schaffen. Ziel der Initiative ist es, auf lokaler und überregionaler Ebene Verständigung zu fördern, insbesondere in Zeiten, in denen Dialog zwischen verschiedenen Gruppen oder Individuen oft zu kurz kommt. Im Workshop wird erläutert, wie diese Orte entstehen und welche Möglichkeiten sie bieten, um ein respektvolles und offenes Gespräch zu fördern. Teilnehmer haben die Gelegenheit, mehr über die Konzepte der Verständigung und den praktischen Nutzen für ihre eigene Arbeit und Gemeinschaft zu erfahren.

Ihr seid das Salz der Erde - Gesellschaftliche Verantwortung zwischen Menschenwürde und Ausgrenzung – warum Glaube nicht neutral bleiben kann

Prof. Ellen Eidt, Vorstand Theologie und Bildung, Rummelsberger Diakonie e.V.

Die politische und gesellschaftliche Verantwortung von Christen war schon immer umstritten.
Gesellschaftliche Polarisierung und extremistische Strategien fordern uns neu zu einer begründeten Standortbestimmung heraus. 
Im Workshop diskutieren wir die Tragfähigkeit biblischer, historischer und aktueller Ansätze für unsere beruflichen und persönlichen Herausforderungen in der aktuellen Situation.
 

Führung durch die Ausstellung „eiskalt sind die – Rolle der Diakonie im Nationalsozialismus“

Diakon Werner Schmidt, Diakoniemuseum

Erlebt im Rahmen des Brüdertages eine bewegende Führung durch die neue Ausstellung im Diakoniemuseum Rummelsberg. Unter dem Titel „Eiskalt sind die! Diakonie und Nationalsozialismus in Bayern“ wird das erschütternde Schicksal von Alfred Völkel und anderen Opfern der NS-Euthanasie lebendig. Mit Originaldokumenten, Biografien und interaktiven Stationen wie einer Graphic Novel und einer KI-unterstützten Gesprächsstation taucht ihr in die Geschichte der Verstrickungen der Diakonie im Nationalsozialismus ein.

Unterlagen zum Geschäftsteil (ausstehend)

Dienste und Besonderheiten

Wir brauchen eure Hilfe! Weniger Brüder in Ausbildung bedeuten: Wir können Auf- und Abbau sowie Service nicht wie gewohnt stemmen. Helft mit – jede Hand zählt. Danke!

Die Hauptmahlzeiten werden im Besucherzentrum und im Gemeindehaus (Rektor-Nicol-Haus) stattfinden. Die Aufteilung wird bei der Anmeldung geschehen. An beiden Stationen wird das gleiche Essen serviert.

Die S-Bahn Station "Ochenbruck" ist während des Brüdertages nur durch Schienenersatzverkehr erreichbar. Zwischen Feucht und Rummelsberg wird ein Fahrdienst eingerichtet. Am besten meldet ihr euch unter 01751145606, wann ihr abgeholt werden möchtet.

Unterkünfte und Verpflegung

Essensmarken für die Mahlzeiten am Brüdertag erhaltet ihr mit euren Anmeldeunterlagen im  Veranstaltungsbüro.

Es sind wieder Familien in der Umgebung bereit einzelne Brüder in privaten Quartieren unterzubringen. Bitte wendet euch an das Büro der Brüderschaft.

Nachfolgende Unterkünfte sind von Rummelsberg aus gut zu erreichen. Bitte bucht dort selbst.

Burgschänke in Burgthann 
Tel.: 09183 956380 | info [at] burg-schaenke.de (info[at]burg-schaenke[dot]de) 

Hotel Hellmann in Schwarzenbruck 
Tel.: 09128 2176 | info [at] hotel-hellmann.de (info[at]hotel-hellmann[dot]de) 

Hotel Bernet in Feucht 
Tel.: 09128 7240470 | info [at] hotel-bernet.de (info[at]hotel-bernet[dot]de) 

Hotel Harbauer in Pfeifferhütte 
Tel.: 09183 93 19 0 | info [at] hotel-harbauer.de (info[at]hotel-harbauer[dot]de)  

Hotel Anders in Rummelsberg (Sonderpreise) 
Tel.: 09128 9192-0 | anders [at] rummelsberger.net (anders[at]rummelsberger[dot]net) 

Alle zahlen ihre Zimmer vor Ort selbst und können einen Zuschuss von 40 EUR pro Person und Nacht beantragen.

Wohnmobile/Wohnwagen
können wieder auf dem Sportplatz stehen und die dortigen sanitären Anlagen können genutzt werden.
Tel.: 09128 50 2491 | bruederschaft [at] rummelsberger.net (bruederschaft[at]rummelsberger[dot]net) 

Kontakt

Adresse

Rummelsberger Brüderschaft
Rummelsberg 2
90592 Schwarzenbruck
Deutschland

Telefon
09128 50 2391
E-Mail
bruederschaft [at] rummelsberger.net